
Die traditionelle Art der Beurteilung ist vielen bekannt. Der Manager nutzt das Jahresendbeurteilungsgespräch als einzigen Moment, um Feedback zu geben. Der Mitarbeiter muss wenig bis gar nichts vorbereiten und hört sich die Punkte während des Gesprächs an. Oft fühlt sich ein solches Beurteilungsgespräch dann eher wie ein 'Verurteilungsgespräch' an.
Der Mitarbeiter macht dann wahrscheinlich zu wenig mit dem Feedback, wodurch das Verhalten gleich bleibt und beim nächsten Beurteilungsgespräch dasselbe Feedback zu hören ist. Dieser Teufelskreis trägt nicht zu einer guten Zusammenarbeit bei und noch wichtiger ist, dass Mitarbeiter sich oft nicht (weiter) entwickeln – hier kommt das 360-Grad-Feedback ins Spiel.
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Was ist 360-Grad-Feedback?
360-Grad-Feedback ist ein umfassendes Beurteilungssystem, bei dem eine Person Feedback von verschiedenen Personen innerhalb und manchmal auch außerhalb der Organisation erhält. Diese Personen können Kollegen, Vorgesetzte, Untergebene und manchmal Kunden oder externe Partner sein. Ziel dieser Methode ist es, einen breiten und vielfältigen Einblick in die Leistung, Fähigkeiten und das Verhalten des Mitarbeiters aus verschiedenen Perspektiven zu gewinnen.
Das System basiert auf dem Prinzip, dass Feedback aus mehreren Quellen ausgewogener, objektiver und wertvoller ist, wodurch Einzelpersonen ein klareres Bild ihrer beruflichen Wirkung und Interaktionen erhalten. Diese vielseitige Perspektive hilft Mitarbeitern, Selbstbewusstsein zu entwickeln und zu erkennen, welche Bereiche verbessert werden müssen.
Verschiedene Arten von Feedback
Der unterscheidende Faktor beim Teilen von Feedback mit Kollegen ist, ob es sich um Ein-, Zwei- oder Mehrrichtungsverkehr handelt.
- 90-Grad-Feedback bedeutet, dass nur der Vorgesetzte Rückmeldung gibt.
- 180-Grad-Feedback bedeutet, dass neben dem Vorgesetzten auch der Mitarbeiter Feedback gibt (Zweirichtungsverkehr).
- Bei 360-Grad-Feedback sind Vorgesetzter, Mitarbeiter und Kollegen beteiligt. Im Fall von 360-Grad-Feedback werden auch externe Parteien wie Kunden oder Lieferanten um Feedback gebeten. Dadurch gibt es Feedback aus allen Richtungen über die Leistung des Mitarbeiters.
Untersuchungen von Gartner aus 2018 zeigen, dass die Bewertung um bis zu 14% höher ausfällt, wenn Kollegenfeedback einbezogen wird. Dies sorgt für motivierte Kollegen und eine bessere Zusammenarbeit.
Wann verwendet man 360-Grad-Feedback?
360-Grad-Feedback ist in verschiedenen Situationen besonders nützlich:
- Persönliche Entwicklung: Es hilft Einzelpersonen, ihre Stärken und Entwicklungsbereiche zu identifizieren, indem es ein breites Spektrum an Perspektiven bietet.
- Führungsentwicklung: Es ist entscheidend für die Entwicklung und Verfeinerung von Führungskompetenzen, da es Feedback darüber gibt, wie Führungsstile von anderen wahrgenommen werden.
- Teamentwicklung: Es kann Einblicke in die Teamdynamik bieten und helfen, Verbesserungsbereiche in Teamarbeit und Kommunikation zu identifizieren.
- Leistungsbeurteilungen: Es kann eine ausgewogenere Sicht auf individuelle Leistungen bieten, indem Beiträge aus verschiedenen Quellen integriert werden.
Vor- und Nachteile von 360-Grad-Feedback
Vorteile
- Breite Perspektive: Es bietet ein vollständigeres Bild der Leistung und des Verhaltens einer Person.
- Persönliche Entwicklung: Mitarbeiter erhalten die Möglichkeit, durch konstruktives Feedback aus mehreren Quellen zu wachsen.
- Erhöhtes Selbstbewusstsein: Einzelpersonen lernen, wie ihr Verhalten und ihre Leistung von anderen wahrgenommen werden.
- Fördert offene Kommunikation: Es fördert eine Kultur der Offenheit und Transparenz innerhalb von Teams und der gesamten Organisation.
Nachteile
- Zeitintensiv: Das Sammeln und Verarbeiten von Feedback kann viel Zeit in Anspruch nehmen.
- Möglichkeit der Abschwächung oder Verhärtung von Feedback: Befragte können ihr Feedback je nach persönlichen Beziehungen abschwächen oder übertreiben.
- Feedback-Qualität: Die Qualität des Feedbacks kann je nach Fachkenntnis und Einsatz der Befragten variieren.
Anonym oder nicht anonym?
Die meisten Unternehmen, die eine 360-Grad-Feedback-Methode anwenden, arbeiten mit einer schriftlichen Form der Rückmeldung. In einigen Organisationen ist es üblich, dieses Feedback anonym weiterzugeben. Die Idee dahinter ist, dass Feedbackgeber oft ehrlicher zu antworten wagen und keine Reibung untereinander entsteht.
Learned empfiehlt jedoch, Feedback nicht anonym zu geben. Anonymes Feedback kann wie versteckte Sticheleien wirken und ist oft nicht konstruktiv. Indem Feedback nicht anonym an den Empfänger weitergeleitet wird, trägt es zu einer transparenten Kultur und mehr Engagement bei. Man kann nämlich über das gegebene Feedback ins Gespräch kommen. Durch sehr konkrete Fragen auf Basis des Feedbacks ist es möglich, das Feedback weiter auszuarbeiten und ein klareres Bild zu bekommen.
Tipps für die Verwendung von 360-Grad-Feedback
So können Sie um Feedback bitten:
- Überschaubar halten: Sorgen Sie für maximal 2 bis 3 Feedbackanfragen pro Mitarbeiter.
- Richtlinien im Voraus festlegen: Legen Sie im Voraus die Richtlinien für das Geben von Feedback fest. Denken Sie beispielsweise an Kernwerte, die im Unternehmen wichtig sind.
- Balance: Sorgen Sie für eine gute Balance zwischen positivem Feedback und Punkten, an denen noch gearbeitet werden muss.
- E-Guide: Laden Sie den KOSTENLOSEN E-Guide herunter, um die Leistung Ihrer Mitarbeiter zu erfassen.
Tipps zum Empfangen von Feedback:
Lassen Sie den Mitarbeiter im Voraus nachfragen, ob jemand, insbesondere bei Externen oder Kunden, bereit ist, Feedback zu geben. Stellen Sie sicher, dass der Mitarbeiter konkrete Fragen zu den Punkten stellt, zu denen Feedback gewünscht ist, und verwenden Sie beispielsweise die 3 B's für den Empfang von Feedback:
- Zunächst ist es wichtig, das Feedback gut zu begreifen — fragen Sie nach, wenn bestimmtes Feedback unklar ist.
- Bedanken für das Geben von Feedback ist wichtig und wird oft übersprungen. Feedback zu geben ist nichts, was Menschen von Natur aus gerne tun und manchmal sogar aufregend finden.
- Beurteilen Sie selbst, was Sie mit dem Feedback machen. Nutzen Sie Feedback zur Entwicklung und schätzen Sie das Feedback richtig ein.
„Durch eine klare Darstellung von Niveaus und Richtungen kann man sehr einfach und gezielt um Feedback bitten und geben. Das macht das Feedback einfacher und vollständiger", sagt Leonie Koelmans von Fronteer. Fronteer arbeitet seit langem mit Learned zusammen und bemerkt im Team eine schnelle und positive Übernahme der Learned-Software.
Lassen Sie Mitarbeiter auch den Vorgesetzten bewerten
Um den Kreis des 360-Grad-Feedbacks vollständig zu schließen, können Sie als Manager auch Feedback von Mitarbeitern einholen. Es geht dabei nicht so sehr um den Mitarbeiter selbst, sondern vielmehr um das Funktionieren des Managers oder Feedback zu beispielsweise Prozessen oder Vereinbarungen. Als Manager erhalten Sie so ein gutes Bild davon, wie Sie von den Mitarbeitern gesehen werden und was Sie selbst tun können, um Ihre Leistung zu verbessern. Indem Sie aktiv um Feedback zu Prozessen und Vereinbarungen bitten, schaffen Sie ein transparentes und motivierendes Arbeitsklima, da Mitarbeiter ermutigt werden, effiziente Verbesserungen für aktuelle Arbeitsprozesse zu entwickeln.
Schritt-für-Schritt-Plan zur Implementierung von 360-Grad-Feedback
Schritt 1: Bestimmen Sie Ihre Ziele
Beginnen Sie mit der Festlegung klarer Ziele für die 360-Grad-Feedbacksitzung. Was möchten Sie erreichen? Ist es auf persönliche Entwicklung, Verbesserung der Teamdynamik oder etwas anderes ausgerichtet?
Schritt 2: Wählen Sie Teilnehmer aus
Wählen Sie sorgfältig aus, wer Feedback geben wird. Dies sollte eine Mischung aus Kollegen, Untergebenen und Vorgesetzten sein, und eventuell externe Parteien.
Schritt 3: Erstellen Sie Ihren Fragebogen
Entwickeln Sie einen Fragebogen, der für die Ziele relevant ist. Stellen Sie sicher, dass die Fragen klar, objektiv und relevant für die Rollen und Ziele der Feedbackempfänger sind.
Schritt 4: Sammeln Sie Feedback
Verwenden Sie ein anonymes und vertrauliches System, um Feedback zu sammeln. Dies fördert offene und ehrliche Antworten.
Schritt 5: Analysieren Sie das Feedback und berichten Sie darüber
Analysieren Sie das Feedback und erstellen Sie einen Bericht für jeden Feedbackempfänger. Der Bericht sollte konstruktiv und auf Entwicklung ausgerichtet sein.
Schritt 6: Erstellen Sie Entwicklungspläne
Arbeiten Sie mit jedem Feedbackempfänger an der Erstellung persönlicher Entwicklungspläne auf Basis des Feedbacks.
Schritt 7: Nachverfolgung und Unterstützung
Bieten Sie Unterstützung und Ressourcen für die Entwicklung an und planen Sie Folgesitzungen, um den Fortschritt zu besprechen.

Learned ermöglicht objektive Evaluierungen. Durch die Schaffung mehrerer Messpunkte pro Jahr auf Basis verschiedener Themen – zum Beispiel: die Passung mit Ihrer Kultur und das Erreichen von Zielen – erhalten Sie objektive Einblicke in Ihre Low- und High-Performer.
Learned macht 360-Grad-Feedback einfach
- Gestalten Sie einfach Ihr ideales Feedbackformular in unserer Software mit Feedback basierend auf Zielen, offenen Fragen oder sogar Kernwerten, Kompetenzen und Skills.
- Pro Fragetyp bestimmen Sie, welche Form von Feedback Sie anwenden möchten: 90, 180, 360-Grad-Feedback oder sogar Feedback von Externen (Auftraggebern etc.).
- Automatische Erinnerungen sorgen dafür, dass Sie Mitarbeiter nicht mehr nachjagen müssen.
- Alle Feedback- und Gesprächsnotizen an einem zentralen Ort.
- Das Unterschreiben der Formulare erfolgt digital — keine Papierausdrucke mehr nötig!
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